Das Geheimnis einer glücklichen Ehe

 Bei meinen Hochzeitszeremonien gebe ich den jungen Paaren immer ein paar weise Ratschläge mit auf den Weg. Und zwar aus purem Egoismus. Ich möchte nämlich nicht, dass mich die Leutchen, die ich da gerade traue, später mit ihren Eheproblemen behelligen.

Worin besteht nun das „Geheimnis“ einer glücklichen Ehe?

Im richtigen Moment, meist gleich nach dem Ringtausch, schaue ich der frischgebackenen Ehefrau in die Augen und sage zu ihr: „Sie sind jetzt eine verheiratete Frau. Von nun an dürfen Sie nie mehr an sich denken.“ Worauf sie sofort nickt und mir ein süßes Lächeln schenkt.

Dann schaue ich den Bräutigam an und sage zu ihm: „Sie sind jetzt ein verheirateter Mann. Auch Sie dürfen von nun an nie mehr an sich denken.“ Ich weiß nicht, was mit den Männern los ist, denn in der Regel zögert der Bräutigam ein paar Sekunden, bevor er dann doch „Ja“ sagt.

Während ich weiterspreche, lasse ich ihn nicht aus den Augen: „Und von nun an dürfen Sie auch nie mehr an Ihre Frau denken.“ Dann wende ich mich an die Braut und sage zu ihr: „Und Sie dürfen von nun an auch nie mehr an Ihren Mann denken.“

Die Verblüffung, die ich daraufhin in den Gesichtern sehe, genieße ich immer sehr. Denn man muss ja keine Gedanken lesen können, um sich vorzustellen, was den beiden in dem Moment durch den Kopf geht: „Worauf will dieser verrückte Mönch denn bloß hinaus?“ …

Wie es weitergeht erfahren Sie in dem Buch von Ajahn Brahm: „Der Elefant, der das Glück vergaß – Buddhistische Geschichten, um Freude in jedem Moment zu finden“

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